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Ahr-Winzer chancenlos gegen die WEINELF

"Wichtiger als das Geschehen auf dem gepflegten Kunstrasen war das Drumherum."



Es war ein Benefizspiel der besonderen Art: Die WEINELF Deutschland, deren Mitglieder teilweise schon im Sommer 2021 nach der Flutkatastrophe in den Weinkellern an der Ahr bei Aufräumarbeiten Hand anlegten, kam wieder in das Rotweingebiet, diesmal mit Trikots und Fußballstiefeln. Umgesetzt werden sollte die Idee eines Kicks gegen Winzer der Ahr, die bereits im Sommer 2022 geboren wurde, aber durch einen geeigneten Sportplatz jetzt erst realisiert werden konnte.


Am Sportplatz Heimersheim war es schließlich am Samstag, 11. März so weit. Über zwei Dutzend Weinelfer und die deutsche Weinprinzessin Juliane Schäfer aus Rheinhessen (selbst aktive Fußballerina) liefen – angeleitet von Trainer Friedel Müller - in den beiden Halbzeiten auf. Als Gastspieler war WEINELF-Ehrenmitglied Carsten Ramelow, vor 20 Jahren noch Nationalspieler, mit dabei. Das Ergebnis wurde beidseitig als eher bedeutungslos angesehen. Mit 7:0 (5:0) hatte die Weinelf die Nase vorn. Einige hundert Zuschauer konnten sich davon überzeugen, dass hier ein eingespieltes Team auflief, während die Ahr-Winzer noch nie gemeinsam gekickt und erstmals einige Tage vorher eine Trainingseinheit hinter sich gebracht hatten.


Winzer Peter Kriechel, der Coach der Ahrwinzer, freute sich über zwei Schecks, die WEINELF-Präsident Robert Lönarz überreichte und verwies auf eine Schwächung seiner Teams: „Ich habe mir beim Warmlaufen eine Zerrung zugezogen und konnte deshalb nur wenige Minuten mitspielen.“ Sein Trost war die zweite Halbzeit. „Da waren wir fast gleichwertig und hatten noch Pech mit einem Pfostenschuss.“


Wichtiger als das Geschehen auf dem gepflegten Kunstrasen war das Drumherum. WEINELF-Mitglied Pascal Legrand, Mitarbeiter der Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr, hatte vor dem Spiel eine Führung in der Kooperative organisiert, bei der Eindrücke von dem Schaden aufkamen, den die Flut knapp zwei Jahre vorher angerichtet hatte. Wichtig war auch das „Nachspiel“ in einem griechischen Restaurant des Weingutes Nelles in Heimersheim, in dem beide Mannschaften noch bis weit nach Mitternacht genießerisch zusammensaßen und bei den gegenseitigen Weinverkostungen deutlich wurde, dass hier die Ahr mindestens gleichwertig war.


Fazit von beiden Seiten: So ein Spiel schreit nach einer Neuauflage – vermutlich im Rheingau. Eine Gegeneinladung wurde bereits ausgesprochen. Anzunehmen ist, dass die Ahr-Winzer vorher ein Trainingslager buchen…


Rudolf Knoll



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