Trotz 3:5-Niederlage: Kein Frust mit Rust

Der Gegner war bemerkenswert, nämlich das Team des Europaparks, der von der ideenreichen Unternehmerfamilie Mack 1975 gegründet wurde und dessen Freizeitpark mit abwechslungsreichen Locations und dem größten Hotelkomplex in Deutschland mit jährlich fünf Millionen Besuchern zum meistbesuchten Tourismusziel Deutschlands hinter dem Kölner Dom avancierte. Einige tausend Mitarbeiter kann der Europapark vorweisen, so dass es wohl kein Problem war, eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen.

Trotzdem ging es für die Weinelf, die erstmals in dieser Besetzung zusammenspielte und auf einige Cracks verzichten musste, gut los. Schon in der dritten Minute nutzte Julian Semet einen Schnitzer des gegnerischen Torhüters zum 0:1. Die Gastgeber waren sichtlich verunsichert, der Weinelf boten sich noch einige Chancen. Aber dann nutzte ein gewissermaßen schlechter Gastgeber einen Befreiungsschlag zum 1:1. Thomas Mack, der Chef des Hauses für das Hotel Resort, den Park und die Eventgastronomie, netzte gekonnt ein. Danach gestaltete sich die Partie spannend und abwechslungsreich – bis die Ruster wieder kurz vor Halbzeit mit einem sehenswerten Konter das 2:1 erzielten.

Mit der festen Überzeugung, das Spiel noch drehen zu können, kam die Weinelf aus der Kabine. Aber wieder wurden einige Chancen ausgelassen, während die Gastgeber durch einen sehenswerten Freistoß auf 3:1 davonzogen. Für die endgültige Entscheidung sorgte wieder Thomas Mack, der erneut einen schnellen Gegenstoß zum 4:1 vollendete und dabei den Eindruck hinterließ, er habe mal höherklassig gespielt, etwa beim SC Freiburg. Eine Nachfrage in der Pressestelle ergab, dass der flinke 36-Jährige zwar ein paar Klassen tiefer beim SV Rust (aktuell Bezirksliga) aktiv und hier für seine Schnelligkeit bekannt war.

Trotz des deutlichen Rückstandes gab sich die Weinelf nicht auf. 20 Minuten vor Spielende verkürzte Vincent Poloczek, ein Neuzugang vom Weingut Immich-Batterieberg (Enkirch, Mosel), mit einem satten Schuss auf 4:2. Anschließend reagierte wieder die Ruster Mannschaft und stellte den alten Abstand mit dem 5:2 wieder her. Die Weinelf zeigte Moral und wurde durch einen Strafstoß, den Fabian Schmitt souverän verwandelte, noch belohnt. Mit dem Endstand von 3:5 konnte man leben, zumal man auf dem grünen Rasen doch mit dem Gegner meist auf Augenhöhe kickte.

Die dritte Halbzeit im Themen-Hotel „Andaluz“ war dann ein krönender Abschluss eines tollen Tages. Das Europapark-Team unter Leitung von „Torjäger“ Mack zeigte sich mit erstklassigen Tapas und ausgewählten spanischen Spezialitäten sowie einem tollen Serviceteam von seiner besten Seite. Die Weinelf revanchierte sich mit weinigen Gastgeschenken und lud zum Rückspiel nach Geisenheim ein. Der Frust nach der Niederlage war schnell vergessen…


Rudi Knoll/Ronny Mechnich