VIZE-EUROPAMEISTER 2018 in Slowenien

Nach 2:3 gegen den Gastgeber bleibt für die WEINELF Deutschland „nur“ der Vizetitel 

So schnell wird Slowenien wohl nicht mehr ein Lieblingsgegner der deutschen Fußballnationalmannschaft der Winzer – WEINELF  sein. Denn nach dem knappen 2:3 vor zwei Jahren beim Endspiel um die Europameisterschaft der kickenden Winzer in Mainz gab es nun ein identisches Ergebnis bei der nächsten EM, die diesmal in Slowenien stattfand und erstmals acht Teilnehmer am Start sah. Neulinge waren Portugal und Tschechien, die sich bestens in die Abläufe integrierten. 

Für die Europameisterschaft hatte sich das deutsche Team intensiv vorbereitet, durch Trainingslager und Testspiele mit guten Resultaten gegen sehr gute Gegner. Auch organisatorisch gab es für die Fußball-Amateure einiges zu bewältigen. Das dafür zuständige Team in Geisenheim mit Präsident Robert Lönarz und Simone Böhm sowie Team-Managerin Erica Fischbach und sonstigen Mitstreitern wie Michael Apitz leistete Schwer- und Detailarbeit. Zuversichtlich reiste man deshalb am 29. Mai nach Slowenien, um die Gruppenspiele in Maribor zu bewältigen. Man war optimistisch, hatten doch Trainer Friedel Müller, der Mann an der Spielerfront, und Cheftrainer Erich Rutemöller eine gute Mischung aus bewährten Kräften, aber auch einigen jüngeren Neuzugängen gefunden, der alles zuzutrauen war. 

„Wir holen uns den Titel zurück“, war die Devise vor dem ersten Anpfiff. In der Vorrunde lief auch alles bestens. Nach deinem 2:1 gegen Ungarn musste Slowenien mit 2:0 daran glauben. Es folgte ein 4:1 gegen die Schweiz, was den Einzug ins Halbfinale bedeutete. Hier gab es ein klares 4:0 gegen Italien. In diesen Partien zeigte sich schon, dass mit Matthias Gutzler und dem Moselaner Florian Blesius zwei treffsichere Stürmer auf den Plätzen standen. Die Slowenen, die als Gruppenzweiter hinter Deutschland ihr Halbfinalspiel erfolgreich bestritten hatten, waren der erneute Gegner. Vielleicht fühlte sich die deutsche Weinelf nach dem 2:0 in der Vorrunde zu sicher? Auf jeden Fall gingen die in der Aufstellung veränderten EM-Gastgeber mit 1:0 in Führung. Der Ausgleich schien bald fällig zu sein. Die Schiedsrichterin pfiff nach einem klaren Strafraumfoul an Gutzler zunächst Elfmeter, nahm die Entscheidung aber überraschend zurück. Kopfschütteln allerorten bei der deutschen Mannschaft und den Fans... 

Trotzdem besorgte Matthias Gutzler noch das 1:1. In einer folgenden Regenschlacht waren die Slowenen vom Glück besser beschirmt. Sie zogen auf 3:1 davon. Der Anschlusstreffer von Blesius sorgte noch mal für ein Aufbäumen, aber die Zeit reichte nicht mehr für den Ausgleich. „Wut, Tränen, aber auch Stolz“, vermeldete Präsident Robert Lönarz von deutscher Seite  nach dem Abpfiff. Denn auch der Titel Vize hat Wertschätzung verdient. Und in zwei Jahren besteht die erneute Möglichkeit, Europameister zu werden. Diesmal in Tschechien, dem Neuling wie Portugal. Die Tschechen belegten den 3. Rang. Auch der zweite Neuling Portugal schnitt mit einem 6. Rang achtbar ab. 

Hervorzuheben sind wieder aufgefrischte und neu geschlossene Freundschaften zwischen den Spielern so unterschiedlicher Länder. Lönarz lobt: „Wir hatten tolle Gastgeber mit den Slowenen, lernten fantastische Landschaften kennen, durften kulinarisch und vinophil genießen – was will man mehr.“ Man freute sich über diverse Video-Botschaften u.a. von Florian Hambüchen, Hans-Peter Briegel und den MdBs Klaus Peter Willsch und Jan Metzler. 

Und man konnte im zeitlichen Rahmen der EM einen neuen Verein gründen, die Union of European national football teams of winemakers e.V. (UENFW). Sein Sitz ist die Hochschule Geisenheim. Der Verein wird künftig Rahmenbedingungen gemeinschaftlich regeln und überwachen sowie der zentrale Ansprechpartner für die nächste VINEURO 2020 in Tschechien sein (Termin voraussichtlich 19. bis 23. Mai), Präsident des Vereins ist Robert Lönarz, als Vize fungieren Martin Wiederkehr (Schweiz) und Danilo Steyer (Slowenien). Erica Fischbach ist als Generalsekretärin ins Team eingebunden, ebenso Martin Chlad (Tschechien) als Head of Advisory Board VINEURO. Als Ehrenpräsidenten stellten sich Dr. Franz Josef Jung (Deutschland), Luigi Brunetti (Italien) und István Husár (Ungarn) zur Verfügung. 

Fotostrecke (Bernhard Herzer)https://bilddb-srv.hs-geisenheim.de/publications/WEINELFDeutschland/?list_id=185116 

Ein Beitrag von Rudolf Knoll, WEINELF - Pressesprecher