Ein Interview mit WEINELF-Präsidenten Robert Lönarz

2014 steht die Europameisterschaft der Winzer-Kicker an.
Ein Beitrag aus DER OENOLOGE 01/2104 in der Zeitschrift Der deutsche Weinbau

Redaktion:Was können wir von der WEINELF Deutschland im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien erwarten?

Robert Lönarz: Unser großes Fußball-Highligt 2014 ist natürlich auch die Fußball- Weltmeisterschaft unserer A-Nationalmannschaft; wir drücken Jogi Löw und seinen Jungs fest die Daumen, um nach 1990 nochmals das ganz große Ziel zu erreichen! Für unsere Mannschaft steht schon im Mai die Fußball-Europameisterschaft der Winzer im Wallis/Schweiz ganz im Fokus. Wir wollen Europameister werden! Auf dieses Ziel hat unser Trainer Erich Rutemöller die letzen beiden Jahre hingearbeitet. Das wird nicht einfach, denn die Winzermannschaften aus Italien, Österreich, Schweiz, Slowenien und Ungarn sind alle sehr motiviert und spielstark. Weitere Nationen wie Luxemburg, Kroatien, Frankreich und Spanien sind derzeit in der Vorbereitung eigene Winzer-Fußballnationalmannschaften zu gründen. Wir geben dort gerne auch Erfahrungen weiter. Wein und Fußball verbinden, besonders in Europa, denn die Wahrheit liegt hier im Wein und auf dem Platz.

Das klingt alles ganz schön leistungsorientiert und professionell. Sind sie nicht eine kickende Winzertruppe, die Spass an Fußball und guten Weinen hat?

(lacht) Wir spielen zwei sportliche Halbzeiten auf dem Platz und freuen uns dann alle sehr auf die 3. Halbzeit. Dort präsentieren wir unseren Gästen und Gastgebern natürlich unsere hervorragenden deutschen Weine, meist für einen Benefiz- Anlass, umrahmt von einem guten Essen. Wir sind sehr froh, dass wir durch unsere 2006 auf Schloss Vollrads gegründete Genuss-Allianz viele hervorragende Köche zudem zusätzlich integrieren können. Wir versuchen Fußball und Wein, beides wichtige europäische Kulturgüter, zu verbinden. Natürlich wollen wir dann auch beides professionell und erfolgreich in Szene setzen. Mit unserem Chef-Trainer Erich Rutemöller, er war bekanntermaßen lange Co-Trainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft, haben wir das sportliche Ziel neu gesteckt. Durch ein Sichtungstraining im letzten Jahr haben wir sechs tolle junge Spieler gewinnen können. Unser Kader präsentiert beides auf hohem Niveau!

Gibt es nicht Spannungen, wenn ältere, bekannte Persönlichkeiten der Weinwirtschaft mit jungen Spielern um Spielzeit kämpfen?

Nein, definitiv nicht – der Charakter unserer Mannschaft ist wunderbar. Fußball spielen möchte natürlich jeder und niemand möchte ausgewechselt werden. Aber mit über 60 Jahren einem 25-jährigen hinterherzulaufen macht wirklich keinen großen Spaß. Wir haben uns 2013 daher gemeinsam etwas Neues überlegt. Bei großen Benefizspielen tritt zukünftig unsere SPÄTLESE-Mannschaft auf. Bekannte und gestandene Weinprofis über 45 Jahre werden hier von Spätlese-Kapitän Norbert Weber (Vertreter Gernot Hain) 2-3 Mal im Jahr auf den Platz geführt und kämpfen für einen guten Zweck. Die Europameisterschaft wird natürlich von unseren jüngeren Mitspielern gespielt, die in einem 3-tägigen Trainigslager in der Erbismühle im Taunus in Kürze noch einmal zu einer Schulung und ausgiebigen Fitness-Training zusammenkommen.

Wie sieht der Spielplan der WEINELF Deutschland für das Jahr 2014 aus?

Absolut spannend, aber für alle , insbesondere für das Präsidium, auch anstrengend. Unser Kapitän 2014 Andreas Spreitzer und sein Vertreter Philipp Wittmann (Winzer des Jahres) motivieren uns aber ständig, sodass wir uns auf alle Zusammentreffen freuen. Da unser Team breit aufgestellt ist, mit Persönlichkeiten aus Winzern, Journalisten, Betriebsleitern und sogar einem Künstler Michael Apitz, fangen wir Arbeitsspitzen in einzelnen Bereich gut ab. Es läuft immer eine Wein-Elf auf den Platz und wenn es einmal eng wird, z.B. im Herbst, dann spielen wir mit unseren Genuss-Allianz Freunden, den Köchen. Wir beginnen mit unserem Neujahrsempfang in Baden. Mit der Mannschaft , Sponsoren und Partnern sind wir zu Gast in der WG Oberbergen. WEINELF-Spieler Fritz Keller (Präsident SC Freiburg) und sein Sohn Friedrich werden uns eine Führung durch die neue Kellerei geben. Auch das Weingut Reiner Probst und das Weingut Abril wird die Mannschaft besuchen. Dann geht es sportlich zum Trainingslager in die Erbismühle in den Taunus. Im April werden wir beim 11mm Fussball-Filmfestival in Berlin mit Weinen vertreten sein und zur EMAuslosung und PR-Spiel ins Wallis fahren. Dann gibt es noch ein Testspiel in Öhringen (Röll&Freunde) in Baden-Württemberg. Nach der Europameisterschaft, hoffentlich als Europameister, werden wir zusammen mit Ehrenkapitän Dr. Franz-Josef Jung ein Länderspiel gegen Italien in Berlin spielen. Die Spätlese tritt bei einem Benefizspiel des Rotary-Clubs in Limburg auf und in Geisenheim gilt es traditionell gegen das Abschluss-Semester zu bestehen. In Tritteheim/ Mosel spielen wir für Krebskranke Kinder und Ende September werden wir in München zum Oktoberfest nach einem Prominentenspiel unsere Saison im Weinzelt feiern.

Das hört sich alles sehr gut an. Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft?

Als Norbert Heine, heute WEINELF Ehrenpräsident, und ich 2005 die Mannschaft erstmalig im Münchner Olympiastadion aufgestellt hatten, da war direkt dieses Fieber zu spüren. Die bei vielen schon am Nagel hängenden Fußballschuhe wurden abgehängt, um gemeinsam auf dem Platz zu stehen. Ob jung oder alt, Ex-Profis oder Hobbyspieler, Winzer oder Künstler, uns alle gemeinsam verbindet die Leidenschaft für deutschen Wein und die Freude internationale Kollegen mit deren Weinen kennenzulernen und uns sportlich auf dem herrlich duftendem Rasen zu messen. Das ganze für einen guten Zweck einsetzen zu können, motiviert für jede Minute an Freizeit die man "opfern" muss. Mein Ziel und meine Motivation als Präsident ist es, die Europameisterschaft 2016 in Deutschland zu einem Erlebnis rund um den deutschen Wein zu organisieren. Kollegen aus ganz Europa schauen dann auf uns! Wir haben bereits letzte Woche ein Organisationskomitée aufgestellt, in dem viele Menschen engagiert (u.a. Norbert Weber, Rudi Knoll) sind. Danach freue ich mich die Aufgabe in jüngere Hände weitergeben zu können, denn die Mannschaft ist ein Zukunftsmodell. Wer mitmachen möchte, kann jederzeit als Partner oder Sponsor die Idee unterstützen. Wir freuen uns auf jeden begeisterten Fußball- und Weinfreund!

Viel Erfolg und vielen Dank für das Gespräch!