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31.01.10

Knolls Winzer-Tipp - Beim Fußball entdeckt

Von: Rudi Knoll, Yoopress

www.yoopress.com

DEUTSCHLAND (Geisenheim) - „Sohns, Geisenheim“, schon mal gehört? Selbst ein gründlicher Weinführer wie der Gault Millau hat den 6-Hektar-Betrieb in der Nachbarschaft der deutschen Wein-Uni bislang nicht wahrgenommen. Das lag vielleicht daran, dass Armin Diel, Ex-Chefredakteur des Führers und Fußballfan, im letzten Jahr bis zu seinem Rücktritt keine Zeit für einen Einsatz in der Weinelf Deutschland hatte und so nicht mitbekam, dass dort neuerdings ein Jungwinzer im Angriff wirbelt und in jedem Spiel für einige Tore gut ist.

 

Pascal Sohns heißt der Junior im Betrieb von Vater Erich Sohns. Bei einem Spiel der Weinelf gegen ein Team der Österreichischen Weinakademie in Geisenheim standen wir gemeinsam auf dem grünen Rasen. Der Junior trumpfte mannschaftsdienlich auf und bediente sogar den ergrauten Schreiber dieser Zeilen mit präzisen Pässen. Hinterher gab es in der „dritten Halbzeit“ im Campus Geisenheim unter anderem einen ansprechenden Sohns-Weißburgunder zu probieren. Das machte neugierig.

 

Kurz darauf trafen einige Proben ein, die deutlich machten, dass der Weißburgunder keine Eintagsfliege war. Verkostet wurden unter anderem ein saftiger 2008er Riesling Qualitätswein trocken (mit seinem Preis von 3,80 Euro ein echtes Schnäppchen), ein angenehm säurebetonter Riesling Kabinett 2007, eine erstklassige Riesling Spätlese trocken aus 2008, die sogar gegenüber dem Ersten Gewächs Geisenheimer Kläuserweg aus 2007 etwas die Nase vorn hat.

Pascal Sohns Einstieg in den Familienbetrieb wird im April 2010 mit der Präsentation des neuen Weinjahrgangs 2009 offiziell durchführt

Pascal Sohns Einstieg in den Familienbetrieb wird im April 2010 mit der Präsentation des neuen Weinjahrgangs 2009 offiziell durchführt

 

Mit Frucht können Vater und Sohn Sohns ebenfalls gut umgehen, wie eine zupackende 2007er Riesling Spätlese halbtrocken und eine noble Riesling Beerenauslese aus dem gleichen Jahrgang aufzeigten. Spätburgunder gibt es ebenfalls im Sortiment. Die Qualität ist solide, zur Spitze reicht es (noch) nicht.

 

Ursprünglich wollte Pascal nicht Winzer werden, aber dann entschloss er sich doch zur häuslichen Mitarbeit, sieht sich indes im Zusammenspiel mit dem Vater noch als Lehrling. „Er ist der Boss!“. Der Chef hat die Devise, dass guter Wein im Weinberg entsteht. Er geht sorgsam mit der Natur um und praktiziert eine selektive Ernte. Verkauft werden die Weine bevorzugt ab Hof. Die dazu gehörige Straußwirtschaft, in der Mutter Sabine Regie führt, ist von Anfang August bis Mitte September geöffnet.

 

Bleibt nur mehr zu hoffen, dass nicht eines Tages ein Talentspäher aus Mainz oder Frankfurt das Stürmertalent entdeckt und es damit zu einer Unterbrechung der angehenden Winzerkarriere kommt… (rk-yoopress)

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